Schutzimpfung
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Schutzimpfungen und Reiseberatung

Folgende Krankheiten werden in diesem Dokument behandelt, wobei dabei auf die Übertragungswege, die Inkubationszeiten, die Symptome und die Vorbeugung eingegangen wird:

  1. Wundstarrkrampf (Tetanus)
  2. Kinderlähmung (Polio)
  3. Diphtherie
  4. Malaria
  5. Hepatitis A
  6. Hepatitis B
  7. Typhus
  8. Cholera
  9. Gelbfieber

Welche Schutzimpfungen für welches Land erforderlich bzw. empfehlenswert sind, kann in den Gesundheitsämtern / Tropeninstituten erfragt werden.

Wichtig: Sollten in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren nach der Reise Symptome wie Fieber, Veränderungen an der Haut, Durchfälle, Blut im Urin oder Stuhl beobachtet werden, dann sollte man sich an die Reise in die Tropen oder Subtropen erinnern und den behandelnden Arzt darauf hinweisen.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Die Tetanusbazillen sind weltweit verbreitet. Durch das Gift der Tetanusbazillen werden Nervenenden gelähmt und eine krampfhafte Starre der Muskulatur hervorgerufen.

Übertragung: Die Tetanusbazillen gelangen meist über kleine Wunden in den Körper.

Symptome: Kiefermuskelanspannung, harte Anspannung der gesamten Muskulatur, schmerzhafte Krämpfe bei vollem Bewusstsein, Erschöpfung. In schlimmsten Fällen: Übertemperatur und Tod (in 30% bis 90% der Fälle)

Vorbeugung: Gegen Tetanus sollte man auf jeden Fall geimpft sein, unabhängig davon, ob man sich auf eine Reise begibt oder nicht. Ausreichender Impfschutz besteht nach der Grundimmunisierung (drei Impfungen). Dieser Impfschutz muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Kinderlähmung (Polio)

Kinderlähmung ist eine Viruserkrankung des Zentralnervensystems. Die Inkubationszeit beträgt etwa ein bis zwei Wochen.

Übertragung: Die Übertragung der Polioviren geschieht durch Schmutz und Schmierinfektion.

Symptome: Anfangs wie bei einem leichten grippalen Infekt mit Fieber, Halsschmerzen, dann Durchfall, Erbrechen. Inzwischen verbreitet sich der Erreger über das Blut weiter. Die Folgen: Lähmungen, Gefährdung des Atem- und Kreislaufzentrums, Muskelschwäche, Reflexstörungen.

Vorbeugung: Der Name Kinderlähmung ist irreführend, denn auch Erwachsene können erkranken und sollten geimpft sein, weil in tropischen Ländern diese ansteckende Krankheit weit verbreitet ist. Bis vor kurzem wurde zur Impfung der Impfstoff oral ("Schluckimpfung") verabreicht. Diese aktive Impfung, d.h. dem Körper werden abgeschwächte Viren zugeführt, gegen die er selbst Antikörper bildet, soll nach neuesten Empfehlungen nicht mehr durchgeführt werden, da ist in seltenen Fällen zu Lähmungserscheinungen gekommen ist. Empfohlen wird die intramuskuläre passive Polio-Impfung. Diese muss, genau wie die Schluckimpfung, alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Diphtherie

Diphtheriebakterien befallen die Schleimhäute im Mund, Rachen und Kehlkopf. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sieben Tage.

Übertragung: Die Bakterien werden über Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen.

Symptome: Unterschiedlich schwer, von leichtem Fieber mit Schluckbeschwerden bis zur schwersten lebensbedrohlichen Vergiftung des Körpers durch von den Bakterien gebildete Giftstoffe. In 5 % bis 10% tödlicher Verlauf.

Vorbeugung: Impfung, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden soll (kombiniert mit Tetanusimpfung).

Malaria

Häufig unterschätzt, aber wieder auf dem Vormarsch: Malaria ist die Tropenkrankheit mit der größten Verbreitung.

Übertragung: Die Erreger dieser lebensbedrohlichen Krankheit werden durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen. Diese kommt nicht nur in tropischen und subtropischen Ländern, sondern evtl. auch in Mittelmeerländern vor. Die schwerste Form der Malaria (Malaria Tropica) bedeutet akute Lebensgefahr.

Symptome: In Schüben auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Verwirrungszustände und Krämpfe sind die Symptome einer Malariainfektion.

Vorbeugung: Zur Malariavorbeugung verschreibt der Arzt ein (bzw. mehrere) Medikament, das nach einem exakten Zeitplan vor, während und nach der Reise eingenommen werden muss. Zusätzlich zur medikamentösen Vorbeugung kann man verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um Stiche zu vermeiden:

  • Helle Kleidung mit langen Ärmeln, lange Hosen und Strümpfe schützen. Vor allem am Abend ist Vorsicht geboten.
  • Fenster sind am Abend und in der Nacht geschlossen zu halten, sofern kein Moskitonetz vorgespannt ist.
  • Es ist angebracht, unter einem Moskitonetz zu schlafen, welches das Bett vollständig umhüllt.

Hepatitis A

Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet, aber die meisten Hepatitis A Infektionen werden in Mittelmeerländern, subtropischen und tropischen Ländern verzeichnet. Die Inkubationszeit beträgt 15 bis 50 Tage. Es kommt zu einer ansteckenden Leberentzündung.

Übertragung: Die Hepatitis-A-Viren gelangen vorwiegend über verunreinigtes Wasser in den Körper. Infektionsgefahr besteht vorwiegend bei schlechten Hygieneverhältnissen.

Symptome: Leichtes Fieber, dunkler Urin, Müdigkeit und Gelbsucht.

Vorbeugung: Zur Vorbeugung gibt es heute eine Impfung für Erwachsene, die einen Schutz für 5 bis 10 Jahre bietet.

Hepatitis B

Die Inkubationszeit beträgt 50 bis 180 Tage. Die Infektion kann zu einer Leberzirrhose, sogar zu Leberkrebs führen.

Übertragung: Die Übertragung von Hepatitis B geschieht vor allem durch Blut- und Schleimhautkontakte (z.B. Transfusionen oder sexuelle Kontakte), aber auch durch verunreinigte Spritzen.

Symptome: Müdigkeit, Leistungsschwäche, Leberschwellung, Gelenk- und Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit, Verdauungsstörungen und Gelbsucht.

Vorbeugung: Die gut verträgliche intramuskulöse Hepatitis-B-Impfung wird empfohlen für Fernreisende und für sexuell nicht monogam lebende Menschen. Ebenso für medizinisches Personal.

Typhus

In vielen warmen Ländern ist Typhus eine häufige Darminfektion. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt zehn Tage.

Übertragung: Die Bakterien werden mit Nahrungsmitteln wie ungewaschenem Obst, Speiseeis, Milch und Wasser aufgenommen.

Symptome: Schwäche, Schmerzen, wochenlanges hohes Fieber, fleckenförmiger Hautausschlag, in schweren Fällen Darmblutungen und Darmdurchbruch.

Vorbeugung: Die Schluckimpfung gewährt einen Schutz von circa einem halben Jahr. Die Impfung muss vor der Malariavorbeugung abgeschlossen sein.

Cholera

Cholera ist eine schwere Darmkrankheit mit einer Inkubationszeit von ein bis fünf Tagen. Gefährdet sind vor allem Abenteuer-, Rucksack- und Trekkingtouristen in subtropischen und tropischen Ländern.

Übertragung: Über verunreinigtes Trinkwasser oder infizierte Nahrung (z.B. mit Fäkalien gedüngtes Gemüse) gelangt der Erreger in den Dünndarm.

Symptome: Leibschmerzen, Brechdurchfälle und starker Flüssigkeitsverlust. Daraus folgt die Austrocknung des Körpers, die in schweren Fällen bis zum Kreislauf- und Nierenversagen führen kann. Bei rechtzeitiger Behandlung hat der Erkrankte gute Überlebenschancen.

Vorbeugung: Eine Schutzimpfung wird heute bei uns nicht mehr empfohlen. Außerdem bietet sie keinen absoluten Schutz gegen eine Infektion. Wenn in dem Urlaubsland eine Impfung verlangt wird, so sollte diese hier durchgeführt werden. Rohe Nahrungsmittel und nicht abgekochtes, oder anders behandeltes Wasser sollte vermieden werden.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Virustropenkrankheit. Die Gelbfieber-Impfbescheinigung ist der einzige heute im internationalen Reiseverkehr (vor allem bei der Einreise aus infizierten Gebieten) vorgeschriebene Impfnachweis. Wenn man nach Afrika (zwischen 17° nördlicher Breite und 17° südlicher Breite) oder Mittel- und Südamerika reist, muss man bei der Einreise die Impfbescheinigung vorlegen. Gelbfieber hat eine Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen.

Übertragung: Gelbfieber wird durch infizierte Gelbfiebermücken auf den Menschen übertragen.

Symptome: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Folgen können sein: Nieren- und Leberschädigungen, Gelbsucht, Kreislaufstörungen, Blutungen. Unbehandelt sterben bis zu 50% der Infizierten.

Vorbeugung: Zum eigenen Schutz sollte man sich vor Reisen nach Afrika und Lateinamerika auf jeden Fall impfen lassen, denn die Impfung bietet den einzigen Schutz. Beachten sollte man, dass der Impfschutz erst zehn Tage nach der Impfung beginnt. Die Impfung ist zehn Jahre wirksam.

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