Hyposensibilisierung
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Hyposensibilisierung

Spezifische Immuntherapie bei Allergien

Die durchgeführten Untersuchungen haben ergeben, dass Sie an einer Allergie leiden.

Allergische Symptome wie Augenjucken und -tränen, Niesen und Fließschnupfen oder Asthma treten nur auf, wenn es zum Kontakt mit den Substanzen (Allergenen) wie z.B. Pollen, Milben, Tieren kommt, gegen die man überempfindlich ist. Am besten wäre es daher, diese Allergene zu meiden. Vielen allergenen Substanzen kann man aber im täglichen Leben nicht oder nicht ganz aus dem Wege gehen. Ihr Arzt hat Ihnen (oder Ihrem Kind) daher eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) als Spritzenkur empfohlen. Dabei werden die Allergene zu festgelegten Zeitpunkten in ansteigender Menge unter die Haut des Oberarms gespritzt. Die Empfindlichkeit des Immunsystems wird dadurch schrittweise herabgesetzt. Die Behandlung erstreckt sich in der Regel über 3 Jahre und verlangt von Ihnen dauerhafte Mitarbeit. Die spezifische Immuntherapie ist leider nicht für alle Patienten geeignet, insbesondere wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen oder einige Medikamente eingenommen werden müssen. Besprechen Sie daher vor dem Beginn der Behandlung Ihre Krankengeschichte mit Ihrem Arzt.

Für eine erfolgreiche Behandlung sind die folgenden Punkte von großer Wichtigkeit:

  • Die von Ihrem Arzt vorgesehenen Termine sollten unbedingt eingehalten werden, da sonst die regelmäßige Steigerung der Allergenmenge nicht möglich ist, was den Behandlungserfolg in Frage stellt. Die Zeitabstände betragen anfangs meistens 1 Woche, später können größere Abstände (bis zu 4 - 6 Wochen) ausreichend sein.
  • Nach jeder Spritze müssen Sie unbedingt mindestens 30 Minuten in der Praxis warten, damit Ihr Arzt die Verträglichkeit der Spritze überwachen kann. Es können durch die Allergengabe Symptome wie Augenjucken, Nasen- oder Atembeschwerden hervorgerufen werden, aber auch Beschwerden wie Hautausschlag, Atemnot, Husten, Unwohlsein, Schwindel usw. können als Nebenwirkung auftreten. In Einzelfällen kann es zu einem lebensbedrohenden Kreislaufversagen kommen. Ein solches Geschehen kann sich sehr schnell entwickeln und es kündigt sich meist durch typische Symptome wie Juckreiz und Hitzegefühl auf und unter der Zunge und im Rachen sowie besonders in den Handtellern und Fußsohlen an. Machen Sie das medizinische Personal auf alle Anzeichen einer möglichen Nebenwirkung sofort aufmerksam, da sich ernsthafte Folgen vermeiden lassen, wenn rechtzeitige Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
  • An der Einspritzstelle kann es nach der Spritze zu Rötung, Juckreiz und Schwellung kommen. Diese und andere Nebenreaktionen können auch noch nach Stunden auftreten.
  • Teilen Sie Ihrem Arzt vor der nächsten Spritze mit, wie Sie  die jeweils vorhergehende Spritze vertragen haben. Unterrichten Sie ihn darüber hinaus vor jeder Spritze über folgende Punkte:
    - Änderungen jeglicher Arzneimittelbehandlung (auch selbstgekaufte Medikamente),
    - Neu aufgetretene Erkrankungen, auch Erkältungserscheinungen,
    - Bevorstehende Impftermine
    - Eingetretene Schwangerschaft
    - Geplante längere Abwesenheit
    - Veränderte Lebensumstände (z.B. andere Wohnung, neuer Beruf)

Am Behandlungstag sollten Sie außerdem beachten:

Gelegentlich kommt es zu Müdigkeit, worauf Sie besonders als Autofahrer zu achten haben sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt.

Meiden Sie nach der Spritze heißes Duschen, Saunabesuch und starke körperliche Anstrengungen sowie Alkohol.

Bis jetzt ist die spezifische Immuntherapie die einzige gegen die Ursache gerichtete Behandlungsmöglichkeit. In klinischen Studien konnte die Wirksamkeit dieser Spritzenkur in Bezug auf Verringerung der klinischen Beschwerden und des Medikamentenverbrauchs eindeutig gezeigt werden.

Wie lange hält die Behandlung an?

Der Erfolg der Therapie kann unterschiedlich lange anhalten. Es ist jedoch nicht zu verhindern, dass Allergien auf andere Substanzen neu entstehen können.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen als Ihr Arzt gern zur Verfügung.

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