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Sauerstoff-Therapien

Der Mensch kann ohne Sauerstoff nicht leben. Ein kompletter Sauerstoffmangel von bereits 5 -10 Minuten hat katastrophale Folgen:
Das Gehirn wird so schwer geschädigt, dass es zum Hirntod kommt.

Es ist klar, dass Patienten, die unter Luftnot leiden (z. B., weil sie an Asthma oder Emphysem erkrankt sind), meinen, dass sie ihre Beschwerden durch Sauerstoffatmung lindern können. Dies ist vielfach, aber keineswegs immer so! Warum? Aus zwei Gründen:

  • Einmal gibt es Patienten, die zwar an einer Atemwegserkrankung leiden und Schwierigkeiten mit der Atmung haben, deren Sauerstoffgehalt im Blut aber völlig normal ist. Für solche Patienten bringt die Atmung aus einer Sauerstofflasche oder einem Sauerstoffgerät keine Erleichterung, und deshalb sollten Sie auch Verständnis dafür haben, dass Ihr Arzt in einem solchen Fall kein teures Sauerstoffgerät verordnet. Der Sauerstoffgehalt im Blut lässt sich recht einfach und sicher durch eine Blutgasanalyse bestimmen.
  • Dann gibt es aber auch Patienten, die zwar einen Sauerstoffmangel im Blut haben, bei denen eine Sauerstoffbehandlung dennoch nicht ohne weiteres richtig ist, weil sie gefährlich sein kann. Meist handelt es sich hier um Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Atemwegserkrankung, die bereits in Ruhe starke Luftnot haben und bei denen auch eine ausgeprägte Erhöhung der Kohlensäure im Blut vorliegt. Atmet ein solcher Patient unkontrolliert größere Mengen Sauerstoff, so kann dies zu einer „Lähmung" seiner Atemzentren im Gehirn führen und einen gefährlichen Zustand auslösen. Bei diesen Patienten muss in der Regel im Krankenhaus mittels Blutgasanalyse sorgfältig herausgefunden werden, ob eine vorsichtige Sauerstofftherapie angebracht ist.

Sie sehen also, die Sauerstofftherapie bedarf einer sorgfältigen Auswahl durch den Arzt und ist nichts, was man selbst "ausprobieren" sollte.

Wie sieht es aber mit solchen Patienten aus, denen ein Sauerstoffgerät zur Sauerstoff -Langzeittherapie verordnet wurde? Dies sind in der Regel Patienten mit einem jahre- bzw. jahrzehntelangen Verlauf ihrer Atemwegserkrankung, die bereits einen ausgeprägten Sauerstoffmangel im Blut haben, aber noch keine oder lediglich eine geringe Erhöhung ihres Kohlensäuregehalts. Oft haben diese Patienten bereits auch eine Schädigung ihres rechten Herzens.

Sauerstoff-Langzeittherapie bedeutet jedoch, dass der Patient mindestens 16 Stunden täglich, am besten aber 24 Stunden Sauerstoff aus seinem Gerät atmet. Umfangreiche Untersuchungen in Großbritannien und den USA haben gezeigt, dass sich durch die Sauerstoff-Langzeittherapie bei solchen Patienten die Prognose erheblich verbessern lässt.

Für die Sauerstoff-Langzeittherapie eignen sich in erster Linie sogenannte Sauerstoffkonzentratoren. Dies sind Geräte, die mit Hilfe eines Molekularsiebs und eines Kompressors den Sauerstoff sozusagen aus der Raumluft herausfiltern. Damit entfällt der umständliche und teure Transport von Sauerstoffflaschen. Wenn diese Behandlungsform für Sie geeignet ist, kann Ihr behandelnder Arzt ein entsprechendes Attest ausstellen. Die Krankenkasse wird Ihnen dann ein solches Gerät zur Verfügung stellen.

Wenn von Sauerstoffbehandlung die Rede ist, kann es leicht zu einer Verwechslung kommen. Die Sauerstoff -Langzeittherapie mit einem Konzentrator ist für die genannte Patientengruppe eine exzellente Behandlungsform. Die sogenannte Sauerstoffmehrschritttherapie (nach Manfred von Ardenne) ist eine Außenseitermethode, die mit der Sauerstoff -Langzeittherapie nicht verwechselt werden darf und deren Wert in keiner Weise erwiesen ist.

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